Nichts: Abschied vom Sein /Ende der Angst
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Nichts, Abschied vom Sein, Ende der Angst
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Nichts: Abschied vom Sein /Ende der Angst (Taschenbuch) Ein beeindruckendes Werk über das Nichts und am Ende stellt Lütkehaus fest, dass nichts wirklich nichts ist, "an keinem Ort, nirgens, in keiner Zeit, nie." Und zuvor lernen wir, dass dieses das absolute, das vollkommene Nichts ist, das Nichts, das der Autor favorisiert, das seine philsophische Heimat ist. Doch auf den vorherigen 756 Seiten entfaltet er ein wahres Feuerwerk über das Nichts. Es muss jedoch logischerweise das relative, das unvollomende Nichts sein,denn über das absolute Nichsts lässt sich konsequenterweise nichts sagen. Wir erfahren, dass die Philosophiegeschichte und die Weltreligionen viele Nichtse kreiert haben, wie das positivierte, das vergöttlichte, das schöpferische Nichts und weitere fünf Nichtse. Doch unser westliches Denken, im Gegensatz zum östlichens des Buddhismus und Hinduismus hat das Nichts ausgeblendet - der Autor spricht von der "Nichtsvergessenheit" zu Gunsten einer einseitigen Betonung des Seins, des Schaffens, des Konstruierens. Und mit dem christlichen Denken kommt es zugleich zu einer Bewertung: Die Schöpfung und das Sein werden das Gute, das Nichts das Schlechte, das Negative, das ausgeblendet wird (Konversionsontologie).Und da der Tod (das Nichts) und das propagierte christliche Sein nach dem Tod darüber hinaus noch mit Schuld und Sühne - Gericht und Verdammnis beladen werden, entsteht zwangsläufig die Angst vor dem Tod, vor dem Nichts, die Lütkehaus hier überwinden will.Denn- nach seiner philosophischen Verortung: Wo nichts ist,kann auch die Angst keinen Ansatzpunkt finden. Doch damit muss es auch zu einer Einstellung kommen, die den Abschied vom Sein nach sich zieht, Abschied von der Verherrlichung der Geburt als Geschenk -nach seiner Meinung jedoch ein Diktat der Geburt (die Geworfenheit der Existentialisten, die allerdings die eigene Existenz bedingunglos bejahen): wir werden nicht gefragt, ob wir sie wollen!.Doch welche Konsequenzen kann für mich persönlich dieser propagierte Vorzug des Nichts vor dem Sein haben? Diese Paradoxie kann und will Lütkehaus nicht auflösen. Sie ist dem Nichts systemimmanent.Doch muss er sich die Frage stellen,ob er nicht den Suizid letztendlich befürwortet, wenn er dem Nichts der Vorzug gegenüber dem Sein gibt und Lebensfreude Lebensgier sein soll. Dezidiert verneint L. den Suizid, doch wendet er sich konsequent gegen Lebensverlängerung um jeden Preis - nur damit das Leben zu seinem Recht kommt- was zunehmend auf breite Zustimmung stößt.Ein Buch,das gerade dem Nichtphilosophen neue fazinierende Welten eröffnet,eben die Welten des Nichts, die es wiederum nicht geben kann wenn sie absolut gedacht werden sollen. Ein umfassendes Werk, oft bestürzend in seinen Konsequenzen, doch stets zum Nachdenken anregend. Aber: Endet mit schlussfolgernden und geschichtsbewussten Denken die Angstvor dem Nicht, d.h. dem persönlichen Tod? Das bleibt die offene Frage, denn Angst ist ein zu höchst emotionales Phänomen und bedient sich einer anderen Musik als das rationale Denken und abwägende Urteilen. Und wenn das absolute Nichst und die Nichtgeburt derart wünschenswert sind: Warum nicht in diese Nichtwelten aufbrechen und das eigene Sein beenden?.Doch das propagiert L. keineswegs und so dreht sich seine Pardoxie im Kreis,jedoch nicht hinein in die kreisförmige Bewegung östlicher Seins- bzw. Nichtsvorstellungen. Und gleichfals in das lineare Seinsmodell westlichen Denkens, weder zum Auslöschen, noch zum letztendlichen ozeanischen Zerfließen, auch nicht zu einer Bewegung der Vollendung- und sei es im Nichts, in einen vorgeburtlichen Zustand wie in einen traumlosem Schlaf.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. Januar 2011
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